Archiv: Projekte

Portfolio Projekte

28 Juli 2026
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MFH Birmensdorf

Am südlichen Rand von Birmensdorf, dort wo das Siedlungsgebiet in den Grüngürtel der Reppisch übergeht, steht das Mehrfamilienhaus mit zehn Eigentumswohnungen.

Der gestaffelte Baukörper reagiert auf die Lage am Übergang zwischen Dorf und Landschaft. Die Staffelung bricht das Volumen und ermöglicht jeder Wohnung mehrseitige Bezüge zur Umgebung. Prägend ist die hinterlüftete Holzfassade mit vertikaler Lattung, kombiniert mit geschosshohen, dunkel gerahmten Fenstern. Ein dezent sichtbarer Sockel in Sichtbeton vermittelt zwischen Gebäude und Terrain und gibt den Erdgeschosswohnungen einen klar definierten Aussenbereich.

Der Wohnungsmix reicht von 2.5 bis 6.5 Zimmern. Erdgeschoss mit privaten Gärten, Obergeschoss mit Balkonen, Attika mit Terrassen. Die Umgebungsgestaltung nimmt die natürlichen Gegebenheiten des Reppischraums auf und berücksichtigt die Anforderungen von Strassen- und Gewässerraum.

Das Projekt wurde 2026 fertiggestellt, die zehn Wohnungen sind übergeben und bezogen.

Standort
Stallikonerstrasse 72
8903 Birmensdorf

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Totalunternehmung / Bauleitung
Generalunternehmung Plus AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauzeit
2024-2026

Fotografie
Severin Aschwanden

15 Juli 2026
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Umbau Haus Acherli, Perfiden, Rickenbach

Das Haus Acherli zählt zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern der Innerschweiz. Erbaut ab Frühjahr 1270 als zweigeschossiges Blockgefüge auf hohem gemauertem Sockel, gehört es mit seiner Grundrissdisposition und den typischen Konstruktionsmerkmalen zur spätmittelalterlichen Wohnbaugruppe der Region. Als wertvolles Kleinbauernhaus mit sehr hohem Anteil an originaler Bausubstanz steht es unter besonderem Schutz.

13 Feb. 2026
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Bellevue Dependance, Brunnen

Der neue Baukörper schliesst die Baulücke zwischen Bellevue und der Überbauung Mythenstein, ein präzis gesetzter Schlussstein der südlichen Uferbebauung. Strasse und Seepromenade bestimmen seine ortsbauliche Setzung.

Eine Fussgängergasse, die «Spanische Treppe», verbindet die Axenstrasse mit der Seepromenade und ergänzt die Feinerschliessung des Quartiers. Gleichzeitig wirkt sie als Fuge zwischen alt und neu: Die Baukörper bewahren ihre Eigenständigkeit, die Zwischenräume ermöglichen die ungeschmälerte Sicht auf den Urnersee.

Als Referenz für die Bauhöhe dient die virtuelle Silhouette der nachbarlichen Sockelgeschosse. Die Sicht der dahinterliegenden Liegenschaften auf den See bleibt erhalten.

Die seeseitigen Fassaden des Sichtbetonhauses werden mit unterschiedlichen Öffnungen gegliedert. Die Fenster, als «Seeobjekte» aus dem massiven, monolithisch wirkenden Baukörper ausgeschnitten, variieren gestalterisch stark. Bescheiden und dunkel hinter den Alleebäumen hervorblickend, betonen sie den Kubus und tragen zur Beruhigung der exponierten Lage bei. Die «fünfte Fassade» bildet als einsichtiger Dachgarten einen bereichernden Teil des Dorfbildes.

Drei Wohnungen sind in den monolithischen Baukörper eingebettet, jede mit eigenem Grundriss und Charakter: Die Wohnung auf Höhe der Seepromenade mit grosszügigem Vorgarten, die mittlere Wohnung mit Vorzonen und weitläufigem Balkon, die Dachwohnung mit direktem Zugang von der Axenstrasse und loftartigem Ausbau über die gesamte Fassadenlänge.

Ein profilierter Schlussstein, der Ort und Kontext bereichert.

 

Standort
Axenstrasse 2B
6440 Brunnen

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
Generalunternehmung Plus AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauzeit
2020-2022

Raumprogramm
3 Wohneinheiten

Fotografie
Studio Aschwanden

25 Jan. 2026
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Grossfeld 17-23

Die Integration der bestehenden Topografie in die Bebauungsstruktur sowie die polygonalen, aufeinander abgestimmten Grundformen führten zu einem harmonischen Gesamtbild. Die präzise gesetzten Baukörper folgten dem gewachsenen Geländeverlauf, sodass auf unterschiedlichen Höhen natürlich wirkende Aussenräume entstanden, die sich in die umliegende Bebauung einfügen.

Die optische Einbindung der Freihaltezone Chalbertränki erweiterte den Freiraum nach innen wie nach aussen. Die teilweise im Sockelbereich zusammenhängenden und durch Höhenbeschränkungen gestaffelten Gebäudegruppen ermöglichen Aus-, Ein- und Durchblicke auf unterschiedlichen Ebenen. Die klaren pentagonalen Grundformen unterstützen die für das Gesamtkonzept charakteristische Fleckenbildung und wahren dabei den Zusammenhang des Ensembles.

Umlaufende Balkone von mindestens zwei Dritteln der Fassadenabwicklung verleihen den Baukörpern eine ruhige, lesbare Massstäblichkeit und eine klare horizontale Gliederung. Die privaten Grünräume gehen fliessend in die allgemeinen Umgebungsbereiche über und schaffen so ein ausgewogenes Verhältnis von Bebauung und Freiraum – sowohl zu den bestehenden als auch zu den neu realisierten Bauten.

Grosszügige, in der Tiefe differenzierte Balkon- und Loggiabereiche ermöglichen allen Wohneinheiten eine mehrseitige Ausrichtung auf das Panorama des Talkessels. Trotz vorgängiger Bebauung wurde so ein Optimum an freier Sicht auf Berge, Seen, Wälder und Fluren erreicht. Die vielseitig nutzbaren Aussenflächen sind in schmalere und ausgeweitete Zonen gegliedert und schaffen kontextuelle Bezüge zum Aussenraum. Die ins gestaltete Terrain integrierten Tiefgaragen halten die Beanspruchung des wertvollen Aussenraumes auf ein Minimum.

 

 

Standort
Grossfeld 17-23
6423 Seewen

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
Generalunternehmung Plus AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauzeit
2023-2025

Raumprogramm
33 Wohneinheiten

Fotografie
Studio Aschwanden

22 Jan. 2026
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Umbau und Anbau Rosengarten, Brunnen

Für das Areal des Restaurants Rosengarten an der Bahnhofstrasse 33 in Brunnen erarbeiteten BSS Architekten die Planung von der Machbarkeitsstudie bis zum Bauprojekt. Grundlage bildete ein neues Wohn- und Gewerbegebäude mit Tiefgarage, das den ortsbildprägenden Bestand erneuert und um einen gezielten Neubau ergänzt – Bestehendes wird weitergedacht statt ersetzt.
Das pittoreske Bestandesgebäude Rosengarten bleibt äusserlich erhalten und prägt weiterhin das Ortsbild an der Bahnhofstrasse. Im Innern wird es umgebaut und rückseitig durch einen neuen Anbau mit Treppenhaus und Balkonen erweitert. So bleibt der Charakter des bestehenden Hauses erhalten, während im Innern und im Neubauteil zeitgemässer Wohn- und Gewerberaum entsteht.
Städtebaulich fügt sich das neue, klar gesetzte Volumen selbstverständlich in den Strassenzug der Bahnhofstrasse ein. Mit seinem hinteren Gebäudeteil vermittelt das Projekt zwischen Bahnhofstrasse und Rosenstrasse und schafft einen präzisen Übergang zwischen den beiden Strassenräumen.

Standort: Bahnhofstrasse 33, 6440 Brunnen
Architektur: BSS Architekten AG
Leistungen: Machbarkeitsstudie bis Bauprojekt
Nutzung: Wohnen, Gewerbe, Restaurant
Besonderheiten: Tiefgarage mit Autolift, Umbau und Anbau Bestandesgebäude

10 Jan. 2026
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Wohnen am Gütschweg, Schwyz

Am steilen Südhang oberhalb von Schwyz entsteht ein viergeschossiger Neubau, der die Herausforderungen des Ortes in architektonische Qualität übersetzt. Das Grundstück vereint eine Reihe anspruchsvoller Rahmenbedingungen: die Lage im ISOS-A-Gebiet und in der Kernzone, ein öffentliches Wegrecht, das den Perimeter durchquert, sowie die unmittelbare Nähe zum eingedolten Dorfbach mit entsprechenden Gewässerschutzauflagen.Die Topografie mit über zwanzig Prozent Gefälle wird zum prägenden Entwurfselement. Der Baukörper schichtet sich in den Hang und erschliesst die einzelnen Geschosse auf natürliche Weise von verschiedenen Höhenlagen her. Im untersten Geschoss ergänzt eine Einliegerwohnung das Raumprogramm – eine eigenständige Einheit, die vom Haupthaus profitiert und dennoch unabhängig funktioniert.

Die konsequente Ausrichtung nach Südwesten folgt dem Blick über den Talkessel von Schwyz. Die Wohnräume öffnen sich zur Aussicht, während die Hanglage zugleich Privatheit gegenüber dem öffentlichen Weg gewährt. So entsteht ein Gebäude, das seinen besonderen Standort nicht nur respektiert, sondern zum Kern seines architektonischen Ausdrucks macht.

12 Sep. 2025
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Wettbewerb Alterszentrum Frohmatt

Dorfrundgang, Orientierung und Identitat
Der Entwurf des Alterszentrums Frohmatt setzt auf Orientierung, Erinnerung und Identitat, zentrale Aspekte im Umgang mit Demenz. Das Gebaude ubersetzt das vertraute Leben eines Dorfes in raumliche Erlebnisse, persönliche Zimmer dienen als Rückzugsorte, kleine Sitznischen fördern Begegnungen, der Aufenthaltsraum fungiert als Dorfkino, und ein Rundweg erinnert an vertraute Wege. Pflegebader, Leseecken, individuell gestaltbare Erinnerungsfenster sowie ein Demenzgarten schaffen Orientierung, emotionale Anker und ein Gefuhl von Zugehörigkeit.

Architektur und Setzung
Die Architektur reagiert auf die kleinteilige Umgebung und ordnet sich den grossmassstäblichen öffentlichen Bauten im Süden unter. Der Hauptbaukörper orientiert sich zum See, wahrend verbindende Baukörper Durchblicke und Erlebnisse im Aussenraum schaffen. Ein drittes Volumen ergänzt behutsam die bestehenden Gebaude und wahrt den Respekt gegenuber dem Bestand. Der Abstand zum Wald auf der Ostseite sorgt fur ein harmonisches Verhaltnis zur Natur.

Nutzung und Zugänglichkeit
Das Gelände bleibt frei von motorisiertem Verkehr, Parkplatze befinden sich in der Tiefgarage mit zenital belichtetem Ankunftsbereich. Eine zentrale Erschliessungsachse verbindet Fussganger und Radfahrer mit dem Herz der Anlage. Das Erdgeschoss bietet öffentlich zugängliche Nutzungen wie Restaurant, Cafe, Coiffeur und Pedicure. Im ersten Obergeschoss befinden sich Tagesstatte und medizinische Bereiche, daruber vier Wohngeschosse mit acht Stationen, zwei davon mit eigenem Aussenbereich. Begrünte Dachterrassen eröffnen Ausblicke auf See und Berge.

Optionale Nutzung
Der zentrale Ankunftsbereich kann als belebter Dorfplatz mit Cafe und Restaurant gestaltet werden, alternativ kann die Nutzung zwischen Erdgeschoss und medizinischem Bereich verschoben werden, um Betrieb und Zugänglichkeit optimal zu gestalten.

Gestaltungskonzept und Zugang
Der Zugang zur Anlage gestaltet sich als sinnliche Reise aufs Land mit Holzzaunen, Tiergehegen, Wasser- und Gruenflachen. Wege, Aufenthaltszonen und Materialwahl, Kies, Naturstein und Holz, unterstreichen den landlichen Charakter. Der Sinnessgarten vor Haus Tal schafft einen Übergang zwischen Natur und gebautem Raum, wahrend Aufenthaltsqualitat und Biodiversitat im Vordergrund stehen.

Vegetation und Dachgestaltung
Die Bepflanzung wandelt sich von offenen, landwirtschaftlich geprägten Flachen hin zu geschützten, blühenden Gärten mit Obstbaumen, Stauden und Kleinbaumen. Der Frohmatt-Platz erscheint als „geheimer Garten“ mit ruhigen Aufenthaltsbereichen, strukturierenden Trockenmauern und Waldvegetation im Norden. Gruendacher mit Hochbeeten und Sitzplatzen bieten privaten Rückzugsraum, wahrend extensiv begrünte Dachflachen Photovoltaik aufnehmen. So entsteht ein naturnaher, funktionaler und ökologisch hochwertiger Raum.

28 Aug. 2025
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Präparatepavillon Goetheanum: Nachhaltige Architektur für biodynamische Landwirtschaft

Seit 1928 ist das Goetheanum in der Schweiz das pulsierende Herz der anthroposophischen Bewegung. Auf dem weitläufigen Gelände finden sich zahlreiche Gebäude, die jeweils eigene, spezielle Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft erfüllen. Dazu gehört auch eine der ältesten biodynamischen Gärtnereien der Welt, die durch den Entwurf des neuen Präparatepavillons von 9graden architektur um ein neues Element erweitert wurde.

Ein neues Nebengebäude

Der neue Präparatepavillon befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Goetheanum und den liebevoll gestalteten Gärten, die durch ihre Vielfalt an Pflanzen, Zier- und Nutzgärten sowie jahrhundertealte Gartenbaukunst beeindrucken. Ein kürzlich initiiertes Gartenprojekt zielt darauf ab, biodynamische Landwirtschaft für Besucher erlebbar zu machen. Im Rahmen dieses Projekts entstanden drei neue Pavillons: eine Bienenskulptur, ein Präparatepavillon und ein Gewächshaus. Diese Bauwerke markieren wichtige Schritte für die zukünftige Entwicklung des Parks und lenken den Blick auf nachhaltige Landwirtschaft, gesunde Bienenzucht und deren tiefgreifende Verbindungen.

Unter einem grossen Dach

Im Präparatepavillon wird nicht nur die Herstellung und Verarbeitung biodynamischer Präparate ermöglicht, sondern er bietet auch eine Plattform für Präsentationen und Workshops rund um das Thema nachhaltige Landwirtschaft. Der Pavillon schafft eine geschützte, überdachte Außenfläche, auf der die Gärtner im Freien arbeiten können. Das herausragendste Merkmal ist das große, organisch geformte Dach, das mit gedrehten Holzsparren gestaltet ist, die an aufblühende Blüten erinnern. Diese Konstruktion schafft eine Verbindung zum nahegelegenen, von Rudolf Steiner entworfenen Kesselhaus und fügt sich nahtlos in die Umgebung ein.

Innen und Aussen

Der Pavillon verfügt über einen kleinen Innenraum von 20 m², der als Arbeits- und Lagerfläche für die Präparate dient. Eingebettet in eine Holzfassade, harmoniert dieser Raum perfekt mit den hölzernen Sparren des Dachs. Das Dach selbst ist mit einer grünen Moos-Sedum-Bepflanzung versehen und verschmilzt so optisch mit der Umgebung. Dank der transparenten Überdachung können die Gärtner ungehindert Tageslicht genießen, während sie in ihrem geschützten Arbeitsbereich nachhaltige Gartenarbeit praktizieren und weiterentwickeln.

Standort
Hügelweg
4143 Dornach

Bauherrschaft
Administration des Goetheanum-Baues

Architekten
9grad architektur + BSS Architekten
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Planungs- und Bauzeit
2025

Holzbau
Blumer Lehmann

05 Feb. 2025
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Wettbewerb Zentrum Bildung und Sport „Akkordeon“ 3.Rang

Akkordeon

Durch die rhythmische Inszenierung und Weiterführung des Vorgefundenen entsteht ein Ort mit neuem Auftritt und Empfang in Richtung des Dorfkerns von Illgau. Ein neues Zentrum für Bildung, Sport, Gesellschaft und Kultur, das Akkordeon.

Setzung und Auftakt

Ausgangslage des Projekts bildet die bestehende Turnhalle, welche als Solitär an den Hang angelehnt ist. Das Schulhaus orientiert sich in der Setzung zur Turnhalle, lässt diese Körper räumlich als Einheit erscheinen. Mittels Addition einzelner Volumen, welche sich an der Körnigkeit des Bestehenden orientieren, und der horizontalen Versetzung der Volumen soll sich das Volumen in die bestehende Situation integrieren. Schule und Turnhalle bilden eine räumlich zusammenhängende Nutzungseinheit. Um dem Raumprogramm mit den gewünschten Raumhöhen gerecht zu werden und eine langfristige Nutzungsflexibilität zu erreichen, wird das bestehende Gebäude an der Dorfstrasse abgebrochen.

Die bestehende Zugangsstrasse zur Turnhalle bleibt in ihrer Form erhalten und dient zusätzlich als Erschliessung der ostseitig situierten Tiefgaragenzufahrt. Durch den Abbruch des bestehenden Gebäudes wird der Strassenraum erweitert und der Zugang zur Schule mittels eines einladenden Platzes umgedacht und aufgewertet. Ausgestattet mit geschwungenen Sitzelementen und dem bestehenden Brunnen, lädt der Platz zum Verweilen ein. Die Schule mit Mehrzweckhalle erhalten mit der Strassenanbindung einen neuen Auftakt und orientiert sich klar zum Dorfkern von Illgau.

 

Freiraum und Entflechtung

Der Schülerzugang wird von der Zufahrt entflochten und verkehrsfrei gestaltet. Es entsteht ein neuer Zugang zum Schulareal. An den Platz angegliedert befinden sich die Fahrradständer. Mittels der Entflechtung der einzelnen Erschliessungsarten bleibt der Schulhausplatz und Schulhauszugang verkehrsfrei und bietet somit den Schülern grösstmögliche Sicherheit und Flexibilität. Der Zugang zum Kindergarten erfolgt über eine eigenständige Erschliessungszone, welche vom Windfang der Schule aus erschlossen ist.

Der grosszügige Allwetterplatz wird durch eine sanft geschwungene Spiellandschaft gerahmt. Bestehend aus chaussierten Flächen, einer Sitzarena und einer erhöhten Holzkonstruktion entsteht eine multifunktionale Spiel- und Verweilungsfläche. Für die Nutzung der Turnhalle ausserhalb der Schulzeiten, kann der Schulhausplatz für den motorisierten Verkehr als Parkierungsfläche geöffnet werden.

Der Aussenbereich des Kindergartens befindet sich auf dem bestehenden Vordach der Mehrzweckhalle. Er zeichnet sich durch sanft geschwungene und ineinanderfliessende Formen aus. Die bestehenden Oblichter bleiben vorwiegend erhalten und werden mit einer Holzkonstruktion eingerahmt, welche gleichzeitig als Spiel- und Sitzelement für die Kinder dient. Der geforderte Trockenplatz und die Spielwiese werden durch Spielelemente aus natürlichen Materialien ergänzt.

 

Konstruktion und Charakter

Die Baukörper orientieren sich an der Körnigkeit der umgebenden Bauten des Dorfes. Aufbauend auf einer inneren Schottenstruktur ist vorgesehen, das Gebäude als Holzkonstruktion zu erstellen. Eine zentrale Erschliessung, sowie aussenliegende Wandscheiben aus Sichtbeton, dienen der Erdbebensicherheit und übernehmen die Hauptlasten des Gebäudes. Die Auskragung der Betonscheiben referenziert auf die Ortscharakter typischen Vordachstützkonstruktionen. Eine feingliedrig in Holz gestaltete Fassade orientiert sich an bestehenden, lokalen Holzhauselementen. Die Decken-, Dach- sowie Aussenwandmodule sind im Holzelementbau angedacht, können einfach eingebaut, demontiert und wiederverwendet werden. Auf den nach Süden orientierten Dächern sind Photovoltaikanlagen eigeplant, um den eigenen Elektrizitätsbedarf grösstmöglich zu decken.

 

Nutzung und Betrieb

Im Erdgeschoss befinden sich die Lehrerzimmer, sowie die Bibliothek und die Büroräumlichkeiten von Schulleitung, Hauswart und Brunnenmeister. Über eine zentrale Treppe gelangt man in die beiden Obergeschosse. Ein Erschliessungskorridor mit den Garderobenbereichen orientiert sich nach Westen zum Pausenplatz. Ostseitig befinden sich die Schulzimmer, sowie Werk-, Mehrzweckzimmer und Nebenräume. Zwischen Turnhalle und Schulhaus befindet sich im ersten Obergeschoss der separiert erschlossene Kindergarten. Zum Gebäude gehörend, dennoch unabhängig nutzbar nutzt er die Fuge zwischen Schulhaus und Turnhalle aus eigenständiger Aussenraum.

Im Untergeschoss befinden neben der Tiefgarage sich die Werkstätten und Lagerflächen des Brunnenmeisters, des Strassenmeisters sowie des Hauswarts. Diese werden über die Tiefgarage oder den Schulhauskern erschlossen.

 

3.Rang/ 11 Teilnehmer

Mitarbeit:
Michael Broggi,
Luca Bolfing,
Mattia Mazzotta

Landschaftsarchitektur:
Gardens Landschaftsarchitektur

Auftraggeber
Gemeindeverwaltung Illgau
Gemeindehaus
6434 Illgau

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

24 Okt. 2024
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Überbauung Sägerei „Riva Lago“ Gersau

Überbauung Sägerei, Gersau

Wo einst eine Sägerei das Seeufer prägte, sind mit der Überbauung RIVA LAGO drei Wohnhäuser an direkter Lage am Vierwaldstättersee entstanden. Die Umnutzung des ehemaligen Gewerbeareals an der Seestrasse 53 bis 57 in Gersau gibt dem Ort eine neue Identität, ohne seine Geschichte zu negieren.

 

Städtebau & Setzung

Das Projekt trägt dem Kontext Rechnung. Drei unterschiedliche, einfache Baukörper bilden mit massvollem Abstand zugleich Strassenraum und Seefront. Ihre Setzung trägt zur Raumbildung bei, lässt aber gleichzeitig Durchblicke für die dahinterliegende Bebauung zu. Die gewählte Körnung fügt sich selbstverständlich ins Dorfbild ein, obwohl die grossen Abstände von Strasse und See den Handlungsspielraum stark einschränken.

 

Architektur & Wohnen

In den drei Häusern wurden 21 Mietwohnungen mit 2.5 bis 5.5 Zimmern realisiert. Klare Grundrisse und eine lichtdurchflutete Raumgestaltung prägen sämtliche Wohnungen. Der Ausbaustandard bewegt sich im mittleren bis gehobenen Bereich, durchdacht in der Materialisierung, zurückhaltend in der Formensprache. Alle Wohnungen orientieren sich nach Süden zum See. Private Loggien und grosszügige Attikaterrassen bilden den Übergang zwischen Innen und Aussen und rahmen den Blick auf die See und Berglandschaft der Zentralschweiz.

Freiraum

Das Projekt lebt vom Zusammenspiel aus gebautem und freiem Raum. Weite und Ruhe prägen die Umgebungsgestaltung. Ein privater Seezugang mit Badeplatz, Parkplätze, Kellerabteile und Veloräume ergänzen das Wohnangebot.

 

 

Projektdaten

Standort: Seestrasse 53, 6442 Gersau
Architektur: BSS Architekten AG, Schwyz
Leistungen: Machbarkeitsstudie bis Ausführung
Planungs und Bauzeit: 2018 bis 2025
Bauleitung: GU Plus