Archiv: Projekte

Portfolio Projekte

13 Feb. 2026
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Bellevue Dependance, Brunnen

Der neue Baukörper schliesst die Baulücke zwischen Bellevue und der Überbauung Mythenstein, ein präzis gesetzter Schlussstein der südlichen Uferbebauung. Strasse und Seepromenade bestimmen seine ortsbauliche Setzung.

Eine Fussgängergasse, die «Spanische Treppe», verbindet die Axenstrasse mit der Seepromenade und ergänzt die Feinerschliessung des Quartiers. Gleichzeitig wirkt sie als Fuge zwischen alt und neu: Die Baukörper bewahren ihre Eigenständigkeit, die Zwischenräume ermöglichen die ungeschmälerte Sicht auf den Urnersee.

Als Referenz für die Bauhöhe dient die virtuelle Silhouette der nachbarlichen Sockelgeschosse. Die Sicht der dahinterliegenden Liegenschaften auf den See bleibt erhalten.

Die seeseitigen Fassaden des Sichtbetonhauses werden mit unterschiedlichen Öffnungen gegliedert. Die Fenster, als «Seeobjekte» aus dem massiven, monolithisch wirkenden Baukörper ausgeschnitten, variieren gestalterisch stark. Bescheiden und dunkel hinter den Alleebäumen hervorblickend, betonen sie den Kubus und tragen zur Beruhigung der exponierten Lage bei. Die «fünfte Fassade» bildet als einsichtiger Dachgarten einen bereichernden Teil des Dorfbildes.

Drei Wohnungen sind in den monolithischen Baukörper eingebettet, jede mit eigenem Grundriss und Charakter: Die Wohnung auf Höhe der Seepromenade mit grosszügigem Vorgarten, die mittlere Wohnung mit Vorzonen und weitläufigem Balkon, die Dachwohnung mit direktem Zugang von der Axenstrasse und loftartigem Ausbau über die gesamte Fassadenlänge.

Ein profilierter Schlussstein, der Ort und Kontext bereichert.

 

25 Jan. 2026
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Grossfeld 17-23

Die Integration der bestehenden Topografie in die Bebauungsstruktur sowie die polygonalen, aufeinander abgestimmten Grundformen führten zu einem harmonischen Gesamtbild. Die präzise gesetzten Baukörper folgten dem gewachsenen Geländeverlauf, sodass auf unterschiedlichen Höhen natürlich wirkende Aussenräume entstanden, die sich in die umliegende Bebauung einfügen.

Die optische Einbindung der Freihaltezone Chalbertränki erweiterte den Freiraum nach innen wie nach aussen. Die teilweise im Sockelbereich zusammenhängenden und durch Höhenbeschränkungen gestaffelten Gebäudegruppen ermöglichen Aus-, Ein- und Durchblicke auf unterschiedlichen Ebenen. Die klaren pentagonalen Grundformen unterstützen die für das Gesamtkonzept charakteristische Fleckenbildung und wahren dabei den Zusammenhang des Ensembles.

Umlaufende Balkone von mindestens zwei Dritteln der Fassadenabwicklung verleihen den Baukörpern eine ruhige, lesbare Massstäblichkeit und eine klare horizontale Gliederung. Die privaten Grünräume gehen fliessend in die allgemeinen Umgebungsbereiche über und schaffen so ein ausgewogenes Verhältnis von Bebauung und Freiraum – sowohl zu den bestehenden als auch zu den neu realisierten Bauten.

Grosszügige, in der Tiefe differenzierte Balkon- und Loggiabereiche ermöglichen allen Wohneinheiten eine mehrseitige Ausrichtung auf das Panorama des Talkessels. Trotz vorgängiger Bebauung wurde so ein Optimum an freier Sicht auf Berge, Seen, Wälder und Fluren erreicht. Die vielseitig nutzbaren Aussenflächen sind in schmalere und ausgeweitete Zonen gegliedert und schaffen kontextuelle Bezüge zum Aussenraum. Die ins gestaltete Terrain integrierten Tiefgaragen halten die Beanspruchung des wertvollen Aussenraumes auf ein Minimum.

 

 

 

12 Sep. 2025
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Wettbewerb Alterszentrum Frohmatt

Dorfrundgang, Orientierung und Identitat
Der Entwurf des Alterszentrums Frohmatt setzt auf Orientierung, Erinnerung und Identitat, zentrale Aspekte im Umgang mit Demenz. Das Gebaude ubersetzt das vertraute Leben eines Dorfes in raumliche Erlebnisse, persönliche Zimmer dienen als Rückzugsorte, kleine Sitznischen fördern Begegnungen, der Aufenthaltsraum fungiert als Dorfkino, und ein Rundweg erinnert an vertraute Wege. Pflegebader, Leseecken, individuell gestaltbare Erinnerungsfenster sowie ein Demenzgarten schaffen Orientierung, emotionale Anker und ein Gefuhl von Zugehörigkeit.

Architektur und Setzung
Die Architektur reagiert auf die kleinteilige Umgebung und ordnet sich den grossmassstäblichen öffentlichen Bauten im Süden unter. Der Hauptbaukörper orientiert sich zum See, wahrend verbindende Baukörper Durchblicke und Erlebnisse im Aussenraum schaffen. Ein drittes Volumen ergänzt behutsam die bestehenden Gebaude und wahrt den Respekt gegenuber dem Bestand. Der Abstand zum Wald auf der Ostseite sorgt fur ein harmonisches Verhaltnis zur Natur.

Nutzung und Zugänglichkeit
Das Gelände bleibt frei von motorisiertem Verkehr, Parkplatze befinden sich in der Tiefgarage mit zenital belichtetem Ankunftsbereich. Eine zentrale Erschliessungsachse verbindet Fussganger und Radfahrer mit dem Herz der Anlage. Das Erdgeschoss bietet öffentlich zugängliche Nutzungen wie Restaurant, Cafe, Coiffeur und Pedicure. Im ersten Obergeschoss befinden sich Tagesstatte und medizinische Bereiche, daruber vier Wohngeschosse mit acht Stationen, zwei davon mit eigenem Aussenbereich. Begrünte Dachterrassen eröffnen Ausblicke auf See und Berge.

Optionale Nutzung
Der zentrale Ankunftsbereich kann als belebter Dorfplatz mit Cafe und Restaurant gestaltet werden, alternativ kann die Nutzung zwischen Erdgeschoss und medizinischem Bereich verschoben werden, um Betrieb und Zugänglichkeit optimal zu gestalten.

Gestaltungskonzept und Zugang
Der Zugang zur Anlage gestaltet sich als sinnliche Reise aufs Land mit Holzzaunen, Tiergehegen, Wasser- und Gruenflachen. Wege, Aufenthaltszonen und Materialwahl, Kies, Naturstein und Holz, unterstreichen den landlichen Charakter. Der Sinnessgarten vor Haus Tal schafft einen Übergang zwischen Natur und gebautem Raum, wahrend Aufenthaltsqualitat und Biodiversitat im Vordergrund stehen.

Vegetation und Dachgestaltung
Die Bepflanzung wandelt sich von offenen, landwirtschaftlich geprägten Flachen hin zu geschützten, blühenden Gärten mit Obstbaumen, Stauden und Kleinbaumen. Der Frohmatt-Platz erscheint als „geheimer Garten“ mit ruhigen Aufenthaltsbereichen, strukturierenden Trockenmauern und Waldvegetation im Norden. Gruendacher mit Hochbeeten und Sitzplatzen bieten privaten Rückzugsraum, wahrend extensiv begrünte Dachflachen Photovoltaik aufnehmen. So entsteht ein naturnaher, funktionaler und ökologisch hochwertiger Raum.

28 Aug. 2025
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Präparatepavillon Goetheanum: Nachhaltige Architektur für biodynamische Landwirtschaft

Seit 1928 ist das Goetheanum in der Schweiz das pulsierende Herz der anthroposophischen Bewegung. Auf dem weitläufigen Gelände finden sich zahlreiche Gebäude, die jeweils eigene, spezielle Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft erfüllen. Dazu gehört auch eine der ältesten biodynamischen Gärtnereien der Welt, die durch den Entwurf des neuen Präparatepavillons von 9graden architektur um ein neues Element erweitert wurde.

Ein neues Nebengebäude

Der neue Präparatepavillon befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Goetheanum und den liebevoll gestalteten Gärten, die durch ihre Vielfalt an Pflanzen, Zier- und Nutzgärten sowie jahrhundertealte Gartenbaukunst beeindrucken. Ein kürzlich initiiertes Gartenprojekt zielt darauf ab, biodynamische Landwirtschaft für Besucher erlebbar zu machen. Im Rahmen dieses Projekts entstanden drei neue Pavillons: eine Bienenskulptur, ein Präparatepavillon und ein Gewächshaus. Diese Bauwerke markieren wichtige Schritte für die zukünftige Entwicklung des Parks und lenken den Blick auf nachhaltige Landwirtschaft, gesunde Bienenzucht und deren tiefgreifende Verbindungen.

Unter einem grossen Dach

Im Präparatepavillon wird nicht nur die Herstellung und Verarbeitung biodynamischer Präparate ermöglicht, sondern er bietet auch eine Plattform für Präsentationen und Workshops rund um das Thema nachhaltige Landwirtschaft. Der Pavillon schafft eine geschützte, überdachte Außenfläche, auf der die Gärtner im Freien arbeiten können. Das herausragendste Merkmal ist das große, organisch geformte Dach, das mit gedrehten Holzsparren gestaltet ist, die an aufblühende Blüten erinnern. Diese Konstruktion schafft eine Verbindung zum nahegelegenen, von Rudolf Steiner entworfenen Kesselhaus und fügt sich nahtlos in die Umgebung ein.

Innen und Aussen

Der Pavillon verfügt über einen kleinen Innenraum von 20 m², der als Arbeits- und Lagerfläche für die Präparate dient. Eingebettet in eine Holzfassade, harmoniert dieser Raum perfekt mit den hölzernen Sparren des Dachs. Das Dach selbst ist mit einer grünen Moos-Sedum-Bepflanzung versehen und verschmilzt so optisch mit der Umgebung. Dank der transparenten Überdachung können die Gärtner ungehindert Tageslicht genießen, während sie in ihrem geschützten Arbeitsbereich nachhaltige Gartenarbeit praktizieren und weiterentwickeln.

Standort
Hügelweg
4143 Dornach

Bauherrschaft
Administration des Goetheanum-Baues

Architekten
9grad architektur + BSS Architekten
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Planungs- und Bauzeit
2025

Holzbau
Blumer Lehmann

05 Feb. 2025
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Wettbewerb Zentrum Bildung und Sport „Akkordeon“ 3.Rang

Akkordeon

Durch die rhythmische Inszenierung und Weiterführung des Vorgefundenen entsteht ein Ort mit neuem Auftritt und Empfang in Richtung des Dorfkerns von Illgau. Ein neues Zentrum für Bildung, Sport, Gesellschaft und Kultur, das Akkordeon.

Setzung und Auftakt

Ausgangslage des Projekts bildet die bestehende Turnhalle, welche als Solitär an den Hang angelehnt ist. Das Schulhaus orientiert sich in der Setzung zur Turnhalle, lässt diese Körper räumlich als Einheit erscheinen. Mittels Addition einzelner Volumen, welche sich an der Körnigkeit des Bestehenden orientieren, und der horizontalen Versetzung der Volumen soll sich das Volumen in die bestehende Situation integrieren. Schule und Turnhalle bilden eine räumlich zusammenhängende Nutzungseinheit. Um dem Raumprogramm mit den gewünschten Raumhöhen gerecht zu werden und eine langfristige Nutzungsflexibilität zu erreichen, wird das bestehende Gebäude an der Dorfstrasse abgebrochen.

Die bestehende Zugangsstrasse zur Turnhalle bleibt in ihrer Form erhalten und dient zusätzlich als Erschliessung der ostseitig situierten Tiefgaragenzufahrt. Durch den Abbruch des bestehenden Gebäudes wird der Strassenraum erweitert und der Zugang zur Schule mittels eines einladenden Platzes umgedacht und aufgewertet. Ausgestattet mit geschwungenen Sitzelementen und dem bestehenden Brunnen, lädt der Platz zum Verweilen ein. Die Schule mit Mehrzweckhalle erhalten mit der Strassenanbindung einen neuen Auftakt und orientiert sich klar zum Dorfkern von Illgau.

 

Freiraum und Entflechtung

Der Schülerzugang wird von der Zufahrt entflochten und verkehrsfrei gestaltet. Es entsteht ein neuer Zugang zum Schulareal. An den Platz angegliedert befinden sich die Fahrradständer. Mittels der Entflechtung der einzelnen Erschliessungsarten bleibt der Schulhausplatz und Schulhauszugang verkehrsfrei und bietet somit den Schülern grösstmögliche Sicherheit und Flexibilität. Der Zugang zum Kindergarten erfolgt über eine eigenständige Erschliessungszone, welche vom Windfang der Schule aus erschlossen ist.

Der grosszügige Allwetterplatz wird durch eine sanft geschwungene Spiellandschaft gerahmt. Bestehend aus chaussierten Flächen, einer Sitzarena und einer erhöhten Holzkonstruktion entsteht eine multifunktionale Spiel- und Verweilungsfläche. Für die Nutzung der Turnhalle ausserhalb der Schulzeiten, kann der Schulhausplatz für den motorisierten Verkehr als Parkierungsfläche geöffnet werden.

Der Aussenbereich des Kindergartens befindet sich auf dem bestehenden Vordach der Mehrzweckhalle. Er zeichnet sich durch sanft geschwungene und ineinanderfliessende Formen aus. Die bestehenden Oblichter bleiben vorwiegend erhalten und werden mit einer Holzkonstruktion eingerahmt, welche gleichzeitig als Spiel- und Sitzelement für die Kinder dient. Der geforderte Trockenplatz und die Spielwiese werden durch Spielelemente aus natürlichen Materialien ergänzt.

 

Konstruktion und Charakter

Die Baukörper orientieren sich an der Körnigkeit der umgebenden Bauten des Dorfes. Aufbauend auf einer inneren Schottenstruktur ist vorgesehen, das Gebäude als Holzkonstruktion zu erstellen. Eine zentrale Erschliessung, sowie aussenliegende Wandscheiben aus Sichtbeton, dienen der Erdbebensicherheit und übernehmen die Hauptlasten des Gebäudes. Die Auskragung der Betonscheiben referenziert auf die Ortscharakter typischen Vordachstützkonstruktionen. Eine feingliedrig in Holz gestaltete Fassade orientiert sich an bestehenden, lokalen Holzhauselementen. Die Decken-, Dach- sowie Aussenwandmodule sind im Holzelementbau angedacht, können einfach eingebaut, demontiert und wiederverwendet werden. Auf den nach Süden orientierten Dächern sind Photovoltaikanlagen eigeplant, um den eigenen Elektrizitätsbedarf grösstmöglich zu decken.

 

Nutzung und Betrieb

Im Erdgeschoss befinden sich die Lehrerzimmer, sowie die Bibliothek und die Büroräumlichkeiten von Schulleitung, Hauswart und Brunnenmeister. Über eine zentrale Treppe gelangt man in die beiden Obergeschosse. Ein Erschliessungskorridor mit den Garderobenbereichen orientiert sich nach Westen zum Pausenplatz. Ostseitig befinden sich die Schulzimmer, sowie Werk-, Mehrzweckzimmer und Nebenräume. Zwischen Turnhalle und Schulhaus befindet sich im ersten Obergeschoss der separiert erschlossene Kindergarten. Zum Gebäude gehörend, dennoch unabhängig nutzbar nutzt er die Fuge zwischen Schulhaus und Turnhalle aus eigenständiger Aussenraum.

Im Untergeschoss befinden neben der Tiefgarage sich die Werkstätten und Lagerflächen des Brunnenmeisters, des Strassenmeisters sowie des Hauswarts. Diese werden über die Tiefgarage oder den Schulhauskern erschlossen.

 

3.Rang/ 11 Teilnehmer

Mitarbeit:
Michael Broggi,
Luca Bolfing,
Mattia Mazzotta

Landschaftsarchitektur:
Gardens Landschaftsarchitektur

Auftraggeber
Gemeindeverwaltung Illgau
Gemeindehaus
6434 Illgau

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

24 Okt. 2024
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Überbauung Sägerei „Riva Lago“ Gersau

Überbauung Sägerei, Gersau

Wo einst eine Sägerei das Seeufer prägte, sind mit der Überbauung RIVA LAGO drei Wohnhäuser an direkter Lage am Vierwaldstättersee entstanden. Die Umnutzung des ehemaligen Gewerbeareals an der Seestrasse 53 bis 57 in Gersau gibt dem Ort eine neue Identität, ohne seine Geschichte zu negieren.

 

Städtebau & Setzung

Das Projekt trägt dem Kontext Rechnung. Drei unterschiedliche, einfache Baukörper bilden mit massvollem Abstand zugleich Strassenraum und Seefront. Ihre Setzung trägt zur Raumbildung bei, lässt aber gleichzeitig Durchblicke für die dahinterliegende Bebauung zu. Die gewählte Körnung fügt sich selbstverständlich ins Dorfbild ein, obwohl die grossen Abstände von Strasse und See den Handlungsspielraum stark einschränken.

 

Architektur & Wohnen

In den drei Häusern wurden 21 Mietwohnungen mit 2.5 bis 5.5 Zimmern realisiert. Klare Grundrisse und eine lichtdurchflutete Raumgestaltung prägen sämtliche Wohnungen. Der Ausbaustandard bewegt sich im mittleren bis gehobenen Bereich, durchdacht in der Materialisierung, zurückhaltend in der Formensprache. Alle Wohnungen orientieren sich nach Süden zum See. Private Loggien und grosszügige Attikaterrassen bilden den Übergang zwischen Innen und Aussen und rahmen den Blick auf die See und Berglandschaft der Zentralschweiz.

Freiraum

Das Projekt lebt vom Zusammenspiel aus gebautem und freiem Raum. Weite und Ruhe prägen die Umgebungsgestaltung. Ein privater Seezugang mit Badeplatz, Parkplätze, Kellerabteile und Veloräume ergänzen das Wohnangebot.

 

 

Projektdaten

Standort: Seestrasse 53, 6442 Gersau
Architektur: BSS Architekten AG, Schwyz
Leistungen: Machbarkeitsstudie bis Ausführung
Planungs und Bauzeit: 2018 bis 2025
Bauleitung: GU Plus

 

 

22 Juli 2024
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Grossfeld 1

Eingebettet in der typisch durchgrünten Landschaft des Grossfelds und benachbart zum großen Bruder «Grossfeld 2», steht nun die neue Wohnbebauung Grossfeld 1. Die Wohnbaute, die im Minergie-Standard erstellt wurde, umfasst elf Wohneinheiten. Im Untergeschoss befindet sich die Tiefgarage für Personenwagen und Fahrräder.

10 Juli 2024
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1. Rang Wettbewerb Spinnerei Rapperswil Jona

Historischer Kontext und Standort

Das Areal der ehemaligen Spinnerei befindet sich im nordöstlichen Bereich von Rapperswil-Jona. Verschiedene Körnungen, Nutzungen und Strukturen definieren den heterogen gewachsenen Ort. Grossmassstäbliche Gewerbestrukturen bilden eine historisch gewachsene Insel inmitten später entstandener Wohnquartiere und Schrebergärten.

Projektziele und Leitprinzipien

Das Projekt orientiert sich an der vorgefundenen Grossmassstäblichkeit und ergänzt das historische Ensemble mit dem Spinnereigebäude als zentrale und identitätsstiftende Struktur. Durch die Übernahme der bestehenden Orthogonalität des strassenbegleitenden Gewerbegebäudes, der zugehörigen Fabrikantenvilla und des im rechten Winkel dazu stehenden Spinnereigebäudes werden die neuen Bauten dem Bestand zugeordnet und stärken damit die Gesamtwirkung des Ensembles.

Gestaltung des öffentlichen Raums

Strassenabgewandt entstehen Plätze und Gassen, welche vom Verkehr befreit sind und somit als ruhige Rückzugsorte grosszügige Spiel- und Erholungsflächen bieten. Diese werden durch die neuen Nutzungen aktiviert, bespielt und belebt. Identitätsstiftende Elemente wie der Kamin und der imposante Hauptbau im Zentrum bleiben bestehen und bilden einen Bezug zur industriellen Vergangenheit des Ortes.

Nachhaltige Entwicklung und Rahmenbedingungen

Die nachhaltige Entwicklung des Spinnerei-Areals erfordert neben dem Miteinbezug des historischen Kontextes die Beachtung weiterer zentraler Rahmenbedingungen. Dazu gehören die städtebauliche Körnung und deren Übergänge, die Entwicklung des Langsamverkehrsnetzes und dessen Einbezug sowie die Etappierbarkeit der neuen Volumen.

Erste Etappe: Wohnbau und Raumgestaltung

Initialeingriff und somit die erste Etappe der Bebauung bildet ein klares, rechteckiges Volumen im südwestlichen Bereich des Perimeters. Als reiner Wohnbau konzipiert, beinhaltet das Volumen 26 Wohneinheiten. Ein sich zum Spinnereigebäude orientierender Laubengang dient der Erschliessung der Geschosswohnungen der unteren drei Geschosse und belebt so den neu geschaffenen Spinnereiplatz.

Gestaltung des Spinnerei-Platzes

Der Spinnerei-Platz widmet sich dem Thema der Transformation. Harte und weiche Oberflächen stehen in engem Bezug zueinander. Grünflächen drängen sich wie sich öffnende Risse in den Platzbereich. Zahlreiche Nutzungen wie Urban Gardening, Yoga-Deck und ein Quartiertisch sind im Aussenraum informell angeordnet, wobei auf eine hohe Artenvielfalt bei der Bepflanzung geachtet wird.

Innovatives Wohnkonzept und Bauweise

Eine Schottenstruktur (Massivholz-Hybridbau) bildet das primäre Grundgerüst des Volumens. Durchgehende Geschosswohnungen orientieren sich in den unteren drei Geschossen zum Spinnerei-Platz und nach Westen zu den privaten Aussenbereichen. Maisonettewohnungen mit privaten Dachterrassen und einem grünen Dachgarten bieten zusätzliche räumliche Qualitäten und Biodiversität.

Zweite Etappe: Sheddächer und Nutzungsvielfalt

Nordöstlich bilden fünf Reihenhäuser den Auftakt zur zweiten Etappe. Als Massivholzbauten konzipiert, übernehmen sie das Prinzip der Schottenstruktur der ersten Etappe. Über prägnante, sich der industriellen Geschichte des Areals verpflichtende Sheddächer wird eine attraktive Möglichkeit der inneren Belichtung geschaffen. Mit einem speziellen doppelgeschossigen Raum zur Gasse hin bieten sie flexible Nutzungsmöglichkeiten von Ateliers bis zu konventionellen Wohnformen. Neben den fünf Reihenhäusern werden zudem drei Ateliers sowie eine Kinderkrippe vorgeschlagen und bilden somit zusammen die Bauvolumen der zweiten Etappe.

Dritte Etappe: Umnutzung und Erweiterung

In einer dritten Etappe wird der Kopfbau des Spinnereihauptgebäudes ersetzt, der ein in die Jahre gekommenes Treppenhaus beinhaltet. Die Nutzungen im Spinnereigebäude sollen weiterhin mehrheitlich für eine belebende Vielseitigkeit und Durchmischung sorgen, indem bis auf zwei Geschosse weiterhin Ateliers, Kleingewerbe und ähnliches angesiedelt werden kann. Ausnahme bilden das zweite sowie dritte Obergeschoss, wo über eine Rue intérieure (2. OG) Geschosswohnungen und Maisonettewohnungen (2./3. OG) erschlossen werden.

Rang: 1. Rang
Architektur: BSS Architekten
Landschaftsarchitektur: Zwischenraum
Visualisierungen: BSS Architekten

23 Nov. 2023
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Wettbewerb Theo & Lu

Wettbewerb Milchstrasse Seewen,SZ
Engere Auswahl

Der Perimeter befindet sich in einem Übergangsgebiet zwischen grossmassstäblichen, linearen Bauten entlang der Gotthard-Eisenbahnstrecke und dem kleinmassstäblichen, historisch gewachsenen Dorfteil entlang der Seewernstrasse. Das Projekt thematisiert den Übergang zwischen diesen verschiedenen Massstäben. Der Riegelbau orientiert sich an den linearen Baukörpern entlang der Eisenbahnstrecke, die Punktbauten fügen sich in die historisch gewachsene Struktur ein und ergänzen diese. Um die historischen Bauten nicht zu konkurrenzieren sind die neuen Punktbauten zur Strasse rückversetzt situiert. Die bestehenden Gebäude werden dadurch in der Erscheinung gestärkt und der Strassenraum wird durch Raumausweitungen in seiner Qualität gesteigert. Der Riegelbau situiert sich entlang der Eisenbahnstrecke und löst damit den Lärmschutz des neu entstehenden Quartiers. Der sich dazwischen aufspannende Freiraum bietet den Bewohnern grosszügige Spiel- und Erholungsflächen. Als identitätsstiftendes und ortsbildprägendes Element bleibt der Trafoturm bestehen. Durch- und Ausblicke schaffen den Bezug zur Umgebung und verbinden das Quartier mit der angrenzenden Grünfläche und dem Alpenpanorama.

Architektur
Der Bauplatz erfordert Beachtung folgender zentraler Rahmenbedingungen: Lärmschutz, kleinteiliger und historischer Kontext, Grossformen, insbesondere die Bättigmatt und die Aussicht auf die Voralpen. Je nach Lage innerhalb des Perimeters spielen diese eine grössere oder kleinere Rolle. Nahe der Eisenbahnstrecke sind Lärmschutz und Grossform essenziell. Folglich ist hier ein langer und schmaler Riegelbau vorgesehen, der als Grossform längs zur Eisenbahnlinie angeordnet ist und dessen Wohnungen zum zentralen Freiraum orientiert sind. Der Lärm wird abgeschirmt und die Siedlung als Ruhe- und Aufenthaltsort gestärkt. Zur Bahnlinie erscheint das Gebäude als gestaffelte Grossform, zur Hofseite und zur historischen Bebauung ist die Fassade kleinteiliger gegliedert. Es wird ein Bezug zur historischen Bebauung und den neuen Punktbauten geschaffen, ebenso eine eigene Identität des entstehenden Quartiers. Vorstehende, nach Süden orientierte Balkone bilden den Übergang zum innenliegenden Grünraum und lassen diagonale Weitblicke entstehen.

Nahe der Seewernstrasse sind Kleinteiligkeit und Verspieltheit wichtig. Deshalb sind hier kleinteilige Punktbauten vorgesehen, die sich in die historische Umgebung einfügen. Das bestehende ehemalige Restaurant Schäfli wird als ortsbildendes Element erhalten. Die Fassaden sind mittels Vor- und Rücksprünge horizontal gegliedert. Auskragende Balkone bilden wie beim Längsbau den Übergang zum Freiraum und schaffen Blickbeziehungen ins angrenzende Quartier. Trotz Differenzierungen bilden die Neubauten ein qualitatives Ensemble, das sich den grosszügigen Freiraum teilt.

Die Gebäude sind als Dreispänner organisiert und verfügen über ein Erdgeschoss, drei Obergeschosse und ein rückversetztes Attikageschoss. Als Massivbau mit aussenliegender Wärmedämmung und einheitlicher Fassadengestaltung konstruiert, differenziert sich die Putzstruktur vom Erdgeschoss zu den Obergeschossen minimal. Dies, um die Erdgeschosse subtil zu betonen und einen Bezug zum Freiraum zu bilden. Der Sockel variiert je nach Ort in seiner Lage und schützt teilweise die Privatsphäre der Parterrewohnungen. Die Fassade wird durch Balkone, Fenster, Knicke und vertikaler Putzstruktur rhythmisiert. Die Balkonbrüstungen sind in der Höhe versetzt, um einerseits Einblicke zu vermeiden, andererseits um Ausblicke zu ermöglichen. Die blaue Fassadenfarbe bildet einen Kontrast zum pfirsichfarbenen Trafoturm und unterstützt mit der natürlichen Begrünung die Wahrnehmung eines lebendigen Quartiers. Gemeinsam bilden das Gebäudeensemble, der Trafoturm, sowie die Bestandesbauten einen bunten Fleck in Unterseewen.

Freiraum

Der Riegelbau steht nahe der Eisenbahnlinie und die drei Punktbauten nahe den historischen Gebäuden. Dazwischen entsteht ein grosszügiger und ruhiger Freiraum mit Spiel- und Treffplätzen sowie einheimischen Grossbäumen und Obstbäumen. Durch die oben erwähnte Entschlüsselung des motorisierten und Langsamverkehrs bleibt das Quartier oberirdisch autofrei. Der öffentliche Wegrodel führt die Spaziergänger durch das Quartier. Der alte Trafoturm wird in seiner Lage leicht versetzt und bildet das Herzstück des Turmplatzes. Er erfährt dadurch eine grössere Bedeutung und ist von der Unterführung und der Seewerenstrasse aus gut sichtbar. Er prägt das Ortsbild des Quartiers. Das ansteigende Terrain zum Riegel hin ermöglicht eine intensive Bepflanzung mit grossen Bäumen. Die halböffentlichen Wege werden mit verschiedener Vegetation von den privaten Aussenbereichen abgetrennt.

23 Nov. 2023
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Wettbewerb mori no yama

1.Rang – Wettbewerb Kantonsstrasse 37, Freienbach

mori no yama – das Projekt zwischen zwei Lärmquellen. Im Norden verläuft die Eisenbahnlinie, im Süden führt die Kantonsstrasse durch. «mori no yama» ermöglicht nach Norden einen traumhaften Blick auf den nahegelegenen Zürichsee und orientiert sich gleichzeitig nach Süden.

Damit das Grundstück optimal ausgenützt werden kann, basiert das Projekt auf einem zusammenhängenden Volumen. Um das Volumen kleinteilig zu gestalten, sind die Nord- und Südfassade gestaffelt. Dank dieser Staffelung fügt sich das verhältnismässig grosse Volumen subtil in die bestehende Bebauungsstruktur ein.

Das Konzept für das Projekt bilden die oben erwähnten Themen: Lärmschutz, die Aussicht auf den Zürichsee und der Bezug nach Süden. Die Logik des Projekts folgt somit folgendem Konzept: nord- und südseitig sind Loggien positioniert, an die Wohn- und Schlafräume angrenzen. Dank dieser Massnahme sollte es möglich sein, die Wohn- und Schlafräume lärmabgewandt an der Nord- und Südfassade zu positionieren. Somit sind sämtliche Wohn- und Schlafräume an der Fassade angeordnet, wodurch in allen Wohnungen der Ausblick auf den Zürichsee oder der Bezug nach Süden ermöglicht wird. Zwischen den Wohn- und Schlafräumen befinden sich die dienenden Räume mitsamt den Erschliessungskernen. Dank der Staffelung des Volumens, gelingt es sämtlichen Wohnungen mehr Privatsphäre zu schenken.

Im Sinne der Kleinteiligkeit soll die Fassade mit feingliedrigem, pulverbeschichtetem Trapezblech verkleidet werden. Das vermeintlich industrielle Trapezblech soll subtil unterstreichen, dass sich das Gebäude in einer Mischzone befindet. Durch das spezielle Muster der Verkleidung und der edlen Pulverbeschichtung wird dem Gebäude jedoch klar die Erscheinung eines hochwertigen Wohngebäudes verliehen.