Archiv: Projekte

Portfolio Projekte

11 Okt. 2023
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Aufstockung Alterszentrum Rubiswil

Das bestehende Alterszentrum wurde am 1. Oktober 2016 eröffnet und umfasst ein Gebäude, das sich sechs Stockwerke auf der Ostseite und fünf Stockwerke auf der Westseite erstreckt. Das bestehende 5. Obergeschoss stellt lediglich eine halbe betriebliche Abteilung dar. Um diese Lücke zu schließen, wurde ein zusätzliches Stockwerk westlich in gleicher Ausdehnung wie das darunterliegende Geschoss errichtet.

Aus Gründen der Statik und im Hinblick auf eine zügige und trockene Bauweise wurde der neue Aufbau in Holzelementbauweise konstruiert. Die innere Raumaufteilung und der Innenausbau entsprechen den bereits bestehenden Geschossen. Der Aufenthalts- und Essraum wurde offen gestaltet. Zusätzlich wurde im Süden eine weitgehend überdachte Terrasse auf dem bestehenden Vordach angelegt.

09 Okt. 2023
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Heilmittellabor Arlesheim

Die Anthroposophische Klinik in Arlesheim blickt auf eine lange und tief verwurzelte Geschichte zurück. Die Anthroposophische Medizin wurde 1921 auf dem Gelände der heutigen Klinik von Ita Wegmann und Rudolf Steiner entwickelt. Seit mehr als 100 Jahren werden dort Naturheilmittel nach traditionellen Rezepten hergestellt. Der Standort der Klinik Arlesheim soll in den kommenden Jahren zukunftsfähig aufgestellt werden. Um Platz für den Klinikneubau zu schaffen, wurde ein Ersatzneubau für das Heilmittellabor errichtet. Der Bau des Laborgebäudes war der Startschuss für alle weiteren Entwicklungen. So wurde der bestehenden Tradition in diesem Bereich eine neue Identität und Dynamik verliehen.

 

Produktion und Verwaltung

Das Labor der Klinik Arlesheim stellt Naturheilmittel her, die aus regionalen Pflanzen und Kräutern gewonnen werden. Im Labor werden aus diesen Pflanzen und Kräutern die Heilstoffe gewonnen und anschließend verarbeitet, verpackt und gelagert. Der Neubau verfügt über vier Etagen, von denen Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss für die Herstellung von Naturheilmitteln genutzt werden. Das zweite Obergeschoss bietet Platz für die Verwaltungsbüros und Beratungsräume verschiedener Abteilungen der Klinik. Das neue Gebäude bietet somit Platz sowohl für die Produktion als auch für die Verwaltung.

Massiver Holzbau

Das neue Heilmittellabor wurde auf zeitgemäße Weise in die bestehende anthroposophische Architektur des Areals eingebettet. Das Labor ist in massiver Holzbauweise (Holz100) errichtet worden, wobei ausschließlich Holzdübel als Verbindung ohne Zusatz von Leim oder anderen Chemikalien verwendet werden. Der Holzeinschlag erfolgte nach den Mondzyklen, was dem Holz unter anderem bessere Materialeigenschaften und eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber Schädlingen verleiht. Aufgrund dieser gesunden, nachhaltigen, umweltbewussten und ästhetischen Eigenschaften hat sich die Klinik bewusst für die Verwendung von Holz in massiver Bauweise von Holz100 als prägendes Material entschieden.

Angemessene Formensprache

Die Suche nach einer geeigneten Formensprache für das neue Labor begann mit der Untersuchung des Formmotivs des bestehenden Hauses von Ita Wegman auf dem Gelände, entworfen von Rudolf Steiner. Das Phänomen des Tragens und Lastens ist in der Architektur dieses Hauses deutlich sichtbar. Das Haus macht eine umhüllende Gebärde und öffnet sich gleichzeitig zur Außenwelt. Für das neue Laborgebäude hat 9grad architektur dieses Thema in einer angemessenen und zeitgemäßen Formensprache umgesetzt. Die in der Fassade des Obergeschosses sichtbare Bogenform ist eine zeitgemäße Übersetzung des Formmotivs „Tragen und Lasten“. Der mittlere Bogen umhüllt den Menschen im Gebäude, die äußeren Bögen strecken sich nach außen in die Peripherie. Diese lineare und grafische Bogenform verwandelt sich im Entwurf des Klinikneubaus in eine plastische und dreidimensionale Fassade. (mehr dazu lesen Sie auf der Projektseite der Klinik). Die Metamorphose des Formmotivs trägt dazu bei, dass die verschiedenen Holzgebäude auf dem Gelände, darunter das bestehende Haus von Ita Wegman, das Therapiehaus, das neue Labor und die Klinik im Einklang miteinander stehen.

Nachhaltig und energieeffizient

Das Bestreben des Klinikum Arlesheim, dass alle Neubauten auf dem Gelände den hohen Schweizer Anforderungen an energetisches Bauen entsprechen, ist im Laborneubau aufgegangen. Der Neubau entspricht dem ehrgeizigen „Minenergie P“-Standard. Das Labor verfügt über einen hohen Komfort durch energieeffiziente und nachhaltige Maßnahmen. Beim Neubau kommt eine innovative Bauteilaktivierung zum Einsatz. Hierbei handelt es sich um ein Niedertemperatursystem, bei dem im Kern der Holz100-Decken Wasserleitungen verlegt wurden, die das Gebäude heizen bzw. kühlen. Die verwendeten natürlichen und biobasierten Materialien verbreiten einen angenehmen Duft und sind frei von giftigen Dämpfen, Giftstoffen und Allergenen. Durch die diffusionsoffene Bauweise unter Verwendung von Holz und Lehm wird die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise reguliert. Dadurch ist ein sehr angenehmes, gesundes und behagliches Raumklima entstand.

Status: realisiert, 2023
Ort: Arlesheim, CH
Auftraggeber: Klinik Arlesheim
Bruttogeschossfläche: 1.500 m²
Zusammenarbeit: 9grad Architekur & MedPlan Engineering, CH
Landschaftsarchitektur: Hyco Verhaagen, Hüde DE
Kunst: Udo Zembok, Menton FR
Fotografie: Stijn Poelstra

28 Sep. 2023
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Neubau Klinik Arlesheim

Die Klinik im schweizerischen Arlesheim blickt auf eine lange Geschichte zurück. Auf dem Areal der heutigen Klinik wurde die Anthroposophische Medizin gemeinsam von Ita Wegman und Rudolf Steiner entwickelt und bereits 1921 der erste Krankenhausbau bezogen. Es ist der Klinik gelungen, sich ständig den Entwicklungen und Veränderungen anzupassen und auch die Zukunft zu antizipieren. Dazu gehört neben dem Ersatzneubau der Klinik auch die Neuerrichtung des Heilmittellabors, das ebenfalls von der ARGE Architekten geplant wurde.

Massivholzbauweise
Die beiden Neubauten – Heilmittellabor und Klinik – werden auf zeitgemäße Weise in die bestehende Umgebung aus anthroposophisch inspirierten Gebäuden eingebettet. Beide Gebäude werden vollständig mit dem Holz-Bausystem Holz100 errichtet. Bei dieser Massivholzbauweise kommen Verbindungen mit Holzdübeln zum Einsatz. Auf Leim, Metall, Chemie oder Holzschutzmittel wird wo immer möglich verzichtet. Die Klinik hat sich aufgrund der gesundheitsfördernden, ökologischen und ästhetischen Eigenschaften bewusst für das System Holz100 entschieden. Verwendet wird ausschließlich sogenanntes Mondholz, das lediglich bei abnehmendem sowie bei Neumond geschlagen wird. Dieses Holz ist dichter, dauerhafter und widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen.

Organische Gestaltung
Die Gesundheit und die Vitalität des Menschen stehen bei der Architektur im Mittelpunkt. Da Architektur großen Einfluss auf das menschliche Befinden ausübt, ist es sehr wichtig, ein Bewusstsein für die im eigenen Körper wirkenden Gesundheitsphänomene zu entwickeln. Der Architektur liegt ein ästhetischer und Gesundheit fördernder Gestaltungsansatz zugrunde: Die Suche nach einer Architektur mit ausgewogenen Proportionen und der richtigen Balance zwischen Polaritäten. Ein Gebäude, das sich als Gesamtgestalt zeigt. Ein Gebäude, bei dem die Gestaltung – von Innen und Außen, Außen und Innen, Haupt- und Nebengebäude, Detail und Gesamtheit – aufeinander abgestimmt ist.

Die in der Fassade des Laborgebäudes vorhandene geometrisch-flächige Bogenform verwandelt sich im Krankenhaus zu einer skulpturalen dreidimensionalen Fassade mit halbkreisförmigen Fenstern. Die sich wiederholenden Fensterformen und die Plastizität der Holzfassade lassen das Gebäude ein- und ausatmen. Entsprechend der funktionalen Bedeutung sind die Patientenzimmer in der oberen Etage als Krone der Klinik platziert.

Heilende Umgebung
Mit dem Ansatz der heilenden Architektur erreichen, dass sich die positiven Wirkungen des Gebäudes auf die Vitalität der Menschen einwirkt. Diese heilenden Aspekte der Architektur stehen im Mittelpunkt des Gestaltungsprozesses und verlangen eine intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Akustik, Optik, Material, Geruch, Tageslicht, Farbe und Orientierung. Beispielsweise ist die Wegeführung so angelegt, dass sich in Blickrichtung der wesentlichen Achsen Fenster befinden. Das hilft der Orientierung und gibt einen Bezug nach außen. Mit einem sanften Verlauf führt das Farbkonzept den Besucher intuitiv durch das Gebäude: Grüntöne sind unten in der Eingangsebene, als Bezug zum umgebenen Park. Von unten nach oben werden die Farben immer wärmer, als Referenz an die energiegeladene Sonne. Im obersten Geschoss begleiten Orangetöne den Patienten und bieten eine schützende Umgebung. Im Entwurfsprozess wurde gemeinsam ein Bewusstsein für diese Themen entwickelt mit dem Ziel, ein Gebäude zu schaffen, das die Lebenskräfte unterstützt, Stress abbaut und Ruhe ausstrahlt.

Besondere Zusammenarbeit
Der Entwurf für den Neubau ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit zwischen der Bauherrschaft, der ARGE Architektur Klinik Arlesheim, eine Arbeitsgemeinschaft zwischen 9grad architektur und BSS Architekten AG. Jedes Planungsbüro hat spezielles Fachwissen und individuelle Erfahrung eingebracht. Die BSS Architekten kennen die Schweizer Bautechnik und -vorschriften aus ihrer über 40-jährigen Erfahrung bei den verschiedensten Projekten in der Schweiz und wissen, wie ein Schweizer Bauprozess reibungslos abläuft. 9grad architektur ist erfahren in der zeitgemäßen Umsetzung anthroposophischer und organischer Architektur. Die unterschiedlichen Stärken sowie verschiedene Bildungshintergründe der einzelnen Teammitglieder haben differenzierte Problemanalysen und kreative Lösungsansätze ermöglicht. MedPlan Engineering AG erarbeitet als Spitalplaner und Medizintechnikplaner zusammen mit den Nutzern die optimalen Soll-Prozesse sowie die individuelle medizinische Ausstattung der zukünftigen Klinik. Die Einbringung der jeweiligen Fähigkeiten und der konstruktive Prozess haben einen intelligenten, zeitgemäßen und organischen Entwurf hervorgebracht.

Nachhaltigkeit und Baubiologie
Die Klinik Arlesheim zeigt mit dem Bauvorhaben ihren hohen Nachhaltigkeitsanspruch. In einem interaktiven Prozess wurden fünf Nachhaltigkeitsthemen mit baubiologischen Schwerpunkten erarbeitet. Zunächst einmal ist es wichtig, dass die verwendeten Materialien natürlich und unverfälscht sind. Es wurden möglichst natürliche und nachwachsende Rohstoffe ausgewählt, die sich positiv auf die Umwelt auswirken. Die verwendeten Materialien werden authentisch und möglichst wahrnehmbar verarbeitet: Holz bleibt Holz, Beton bleibt Beton. Zweitens ist die Wirkung des Gebäudes zentral. Materialien müssen neben einem angenehmen Duft auch frei von giftigen Dämpfen, Toxinen und Allergenen sein. Das dritte Thema ist die natürliche Feuchtigkeitsregulierung durch dampfdurchlässige Materialien wie Holz und Lehm. Thema vier dreht sich um den konsequenten Einsatz von erneuerbaren Energiequellen. Im Neubau kommt eine innovative Bauteilaktivierung zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein Niedertemperatursystem, bei dem im Kern der Holz100-Böden Rohre mit erwärmtem oder gekühltem Wasser verlegt werden. Dadurch entsteht ein sehr angenehmes, gesundes und behagliches Raumklima. Das letzte Thema konzentriert sich auf die lokale und regionale Herkunft der Rohstoffe. Das besondere Mondholz stammt zum Beispiel aus dem Schwarzwald in Deutschland. Das Resultat ist eine Minimierung des Energieverbrauchs, das Erreichen der Minergie P-Standards und das Binden von über 2`000`000 kg CO2.

 

 

STATUS:  In Planung, 2019-2026
AUFTRAGGEBER:  Klinik Arlesheim AG
FLÄCHE:  9.750m²
ARCHITEKTUR UND GENERALPLANUNG: 9grad architektur und BSS Architekten AG
MEDIZINTECHNIKPLANUNG: MedPlan Engineering AG, CH
HOLZ-System: Holz 100, CH

 

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24 Apr. 2023
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Überbauung Freihof Schindellegi

Entlang der Dorfstrasse in Schindellegi erweitert und stärkt die Überbauung Freihof das Dorfzentrum und schafft einen attraktiven Aussenraum mit öffentlichem Charakter. Die Erschliessung der Tiefgarage wird durch die bestehenden Etzelblickstrasse sichergestellt und entflechtet elegant die verschiedenen Verkehrsströme. In der zweiten Baureihe konnte so ein verkehrsfreier Aufenthalts- und Erschliessungsraum geschaffen werden, welcher einen wichtigen Bezugspunkt für die Bewohner der Mietwohnungen bildet. Somit entstehen grosszügige Aussenräume mit grosser Aufenthaltsqualität und Identität.

Neben der städtebaulichen Setzung nimmt auch die Erscheinung des Projektes Bezug auf die bestehenden Bauten. Giebeldächer führen das Dorfbild weiter und stehen mal traufseitig mal giebelseitig zur Strasse hin. Entlang der Dorfstrasse sind im Erdgeschoss publikumsorientierte Nutzungen und in den Obergeschossen 26 Mietwohnungen vorgesehen. Durch die zentrale Lage und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr kann eine durchmischte Bewohnerschaft gefördert werden.

16 Feb. 2023
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Wettbewerb Schättihügel, Buttikon

Konzept

Es wird ein zentraler, großer Park mit einer großen Grünfläche geplant. Um den Park herum werden sternförmig Holzhäuser in geschlossener Bauweise gruppiert. Ein massiver Infrastruktursockel fasst die Parkierung und Nebenräume zusammen und dient als Baumassenspeicher. Ein bebaumter Grüngürtel säumt die Nahtstelle zum Dorf.

Es wird eine neuartige Randbebauung vorgeschlagen. Die Häuser entwickeln sich raumbildend entlang der Parzellenränder zur Großform. Das schmale Band des Baukörpers ermöglicht ein Durchwohnen und schafft neue Perspektiven. Innerhalb der sternförmigen Figur mit Kopfbauten im Norden und Süden, entsteht ein riesiger Grünraum – gleichzeitig Innenhof und halböffentlicher Park mitten im Dorf. Die seitlichen Verbindungsflügel definieren die Flanken und sind mit massvollem Abstand zur Nachbarschaft geknickt, um die Grossform zu gliedern und sich höhenmässig gut in die dörfliche Umgebung einzugliedern. Die Überbauung wird nur aus der Vogelperspektive als Ganzes lesbar sein, ansonsten wird sie sektoriel wahrgenommen. Die Fassaden zu den Nachbarhäusern sind mit Loggien rhythmisiert und ohne Auskragungen. Die Innenhoffassaden verfügen über 2 Meter tiefe Balkone, um für alle Wohnungen eine schöne Privatheit zum Grünpark zu schaffen.

 

10 Feb. 2023
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Umbau EFH Oberschönenbuch

Der im Jahr 1316/17 errichtete zweigeschossige Blockbau mit gemauertem Kellersockel wurde umfassend renoviert. Über die Jahre wurden immer wieder Sanierungen und Ergänzungen am Wohnhaus vorgenommen.

Nach einer ersten Besichtigung zusammen mit dem Architekten entschied die Bauherrschaft, das Gebäude durch eine bauarchäologische Untersuchung analysieren zu lassen. Der im Jahre 1316/17 mutmassliche Erbauer Conrad Schönbuch, welcher nach der Grösse und der Bauart des Gebäudes aus gutem Hause zu stammen schien, war mit Sicherheit ein Zeitzeuge der Entstehung der Eidgenossenschaft (1291). Nach und nach treten die religiösen Zeichen des Gebäudes in Erscheinung, sowie Erzählungen von der Pestzeit, der französischen Belagerung des Talkessels, als auch Berichte von Gefechten mit den Truppen General Suworows, welche eine hochspannende Geschichte des Hauses darlegen.

 

Erhaltung der historischen Substanz
Um dem Ursprung des Gebäudes Tribut zu zollen, wurde die Nordfassade von der aktuellen Fassadenoberfläche freigespielt und der dahinterliegende Blockbau wieder bewusst gezeigt. Der südliche Bereich des Gebäudes, welcher zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt wurde, ist durch einen neuen Anbau ersetzt worden. Um das Gebäude als eine Einheit zu zeigen, wurde das Volumen des Neubaus dem Bestand angeglichen. Jedoch ist alt und neu gleichwohl voneinander differenziert. Dies ist in der Gestaltung der Fassade ersichtlich. Im bestehenden Bereich des Gebäudes ist die klassische Struktur des Holzverschlags gewählt. Im Bereich des Neubaus hingegen setzt man auf eine eher modernere Form der vertikal ausgerichteten Holzlamellen, welche einen nahtlosen Übergang von der Fassade zum Dach bilden. Im Innern des Gebäudes ist der Bestand so weit wie möglich erhalten und lediglich an den notwendigen Stellen ergänzt. Primär ist die vertikale Erschliessung von Erdgeschoss und Obergeschoss neu ins Zentrum des Gebäudes versetzt. Zusätzlich wurde auf der Ostseite des Gebäudes neu die Parkierung in die Umgebung eingegliedert. Der Bauherrschaft war es wichtig, das Gebäude aktiv unter Denkmalschutz stellen zu lassen, da sie den Grundgedanken dieser Baute aus dem 14. Jahrhundert in seiner Form schützen und den Wert der Zeit in Kombination mit der Moderne beibehalten möchten.

 

©Fotografie Regine Giesecke

Domusantiqua

 

Standort
Oberschönenbuch, Ibach SZ

Bauherrschaft
Christoph & Miriam Bühlmann-Zgraggen

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauzeit
2021 – 2022

24 Okt. 2022
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Wettbewerb Kaltbach

Städtebauliches Konzept

Die Aufgabenstellung verlangt Antworten auf unterschiedlichen Ebenen. Ziel ist eine betrieblich hervorragend funktionierende und ökonomische Anlage, welche gleichzeitig eine klare städtebauliche Haltung vertritt und für die Nutzer eine angenehme Arbeitsumgebung bietet. Das Projekt fasst die funktional zusammengehörenden Flächen in einem gestaffelten Baukörper zusammen, welcher sich an der natürlich abfallenden Topografie orientiert und sich gleichzeitig hangseitig in diese integriert. Der sich zum nordseitig gelegenen Vorplatz orientierende Bestandesbau des AMFZ wird ergänzt und bildet mit dem Neubau die erkennbare neue Adresse des Verwaltungs- und Sicherheitszentrums Kaltbach. Gemeinsam mit dem Strassenverkehrsamt wird ein starkes städtebauliches Ensemble geschaffen. Mittels mehrfacher horizontaler und vertikaler Staffelung wird das neue Volumen gegliedert und in seiner Massstäblichkeit dem vorhandenen Kontext angepasst. Auf der Ostseite tritt das Volumen als vier- bis fünfgeschossiger Bau in Erscheinung, welcher sich an der Massstäblichkeit des bestehenden Hauptgebäudes orientiert. Eine Überhöhung des Volumens markiert den Hauptzugang und dient gleichzeitig zur Orientierung für die Besucher. Auf der Westseite wird das Volumen mittels vertikaler und horizontaler Staffelung in seiner Höhe gegliedert. Ein vorgelagerter Sockelbau schliesst südlich als öffentlich nutzbare Terrasse an den bestehenden Terrainverlauf an. Mittels Situierung der öffentlichen Nutzungen auf der Ostseite und der betrieblichen Nutzungen auf der Westseite werden die Verkehrs- und Personenflüsse entflochten. Die Zufahrt für Besucher und Angestellte erfolgt via Schlagstrasse auf den aussenliegenden Besucherparkplatz oder zur Tiefgarage. Der Fussgängerzugang erfolgt ebenfalls hauptsächlich via Schlagstrasse über die bestehende Treppe und den vorgelagerten verkehrsfreien Gartenbereich zu den Eingängen der Verwaltung und Polizei.

Architektonisches Konzept

Die Setzung und Gliederung des Volumens nimmt Bezug auf vorgefundene bauliche sowie topografische Strukturen und ergänzt diese. Zudem wird damit eine klare Adressierung erreicht. Der Grundkörper wird durch eine orthogonale innere Struktur gebildet. Ein durchgehendes Stützenraster bildet die statische sowie auch räumlich wirksame Primärstruktur des Gebäudes. Zwei Innenhöfe strukturieren den Baukörper räumlich und dienen der inneren Beleuchtung der angrenzenden Büroräume sowie der Optimierung der Gebäudetiefe und der dort angeordneten Nutzflächen. Die Haupterschliessung ins Innere erfolgt über die repräsentative Eingangshalle im Erdgeschoss, welche über den an der Gebäudeecke gesetzten Hauptzugang betreten wird. Ein zwischen den beiden Höfen und direkt an der Eingangshalle gelegenes Haupttreppenhaus verbindet zentral die in den Obergeschossen liegenden Abteilungen der Verwaltung mit der Eingangshalle. An die Halle angegliedert befinden sich ebenfalls die zum sich zum Talkessel öffnende Gastronomie sowie Sitzungszimmer und der Zugang zur Amtsbeistandsschaft Innerschwyz. Die bestehenden Saalbauten im ANFZ werden an ihrem bisherigen Standort belassen, aber neu erstellt. Dadurch werden sie den heutigen Anforderungen sowie der neuen Arealaufteilung entsprechend zum grossen Mehrwert für die Nutzer. Der Zugang zur Polizei erfolgt über einen separaten Zugang weiter südlich. Gesondert von den Hauptzugängen befindet sich der Anlieferungsbereich arretierter Personen und die Küchenanlieferung. Über einen vom Verwaltungszentrum separierten Treppenkern werden die in den Obergeschossen liegenden Nutzungen der Polizei erschlossen, ebenso die Einsatzleitzentrale im Dachgeschoss. Weitere Nutzungen befinden sich um den Hof orientiert in Parkierungsnähe im Untergeschoss. Eine sekundäre Ausfahrt von der Tiefgarage der Polizei befindet sich nordseitig und damit gänzlich unabhängig von der Hauptzufahrt mit direkter Anbindung zum neuen Knoten der Umfahrungsstrasse A8. Der in die Topografie eingebettete Teil des Gebäudes bildet einen nach Westen orientierten Sockel, welcher einerseits als Terrasse der Restaurantnutzung genutzt wird, andererseits Räume der Feuerwehr, Polizei und Sanität beinhaltet. Hangseitig befinden sich Nebenräume und die Parkgarage. Durch die Situierung im Sockelbereich können die Fahrzeugverkehrsflächen der Feuerwehr und Sanität gesondert vom Publikumsverkehr angeordnet werden und es entstehen keine Nutzungskonflikte.

Aussenraumkonzept

Die komplexen und intensiven Nutzungsanforderungen an die Umgebung des neuen Verwaltungs- und Sicherheitszentrums Kaltbach erfordern einen hohen Anteil an befestigten Verkehrs-, Rangier- und Einsatzflächen. Diese wurden überwiegend talwärts angeordnet, um eine rasche und einfache Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge hin zur Umfahrungsstrasse H8 sicher zu stellen. Der Eingangsbereich nordöstlich des neuen Verkehrs- und Sicherheitszentrums wird für Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitende vom Verkehr entlastet und so qualitativ aufgewertet. Die gewählte, verkehrsreduzierte Adressierung gewährleistet eine direkte Verbindung zu den beiden Haupteingängen der Verwaltung und der Polizei. Aufgrund seiner grosszügigen und offenen Gestaltung lädt der Eingangsbereich zum Verweilen und Erholen im Grünen ein. Schirmförmige und mehrstämmige Gehölze sowie eine dichte Staudenbepflanzung bilden eine ruhige und sichere Atmosphäre. Das Parkfeld im Süden der Anlage bietet mit seinen sickerfähigen und mit Bäumen durchsetzten Parkfeldern einfach zu befahrende, schattige Parkplätze.Ein das Areal umrahmendes Gehölzband entlang der Schlag- und Umfahrungsstrasse H8 prägt das Gesamtbild der Anlage und sorgt für einen raumbildenden, standortgerechten und weichen Übergang in die unmittelbare Umgebung. Das grüne Erscheinungsbild setzt sich im Areal fort und bietet auf unterschiedlichen Flächen vielfältige Strukturen, welche der Anlage einen ökologischen und gleichzeitig sozialen Mehrwert bieten.

 


27 Okt. 2021
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Medical-Center See-Spital Horgen

Auf dem Areal vom See-Spital Horgen entsteht ein Medical-Center im Park. Mit dem Ärztehaus entsteht ein weiterer wichtiger Teil rund um den Gesundheitscampus. Flexibilität innerhalb des Gebäudes ist Programm: Auf vier Geschossen plus Attika können maximal vier Nutzungseinheiten gebildet werden. Konstruktion und Haustechnikkonzepte sollen auch zu einem späteren Zeitpunkt für grösstmögliche Flexibilität sorgen. Die Fassade wird in einem klaren Raster ausformuliert, welches auf die flexible Grundrisseinteilung reagieren kann. Das sekundäre Fassaden-Stützenraster ist durch eine zweiteilige Fenstereinteilung gegliedert. Die Gestaltung lehnt sich dem Erweiterungsbau NEO an und erhält so ein gemeinsames Erscheinungsbild. Dazwischen spannt sich der Park mit viel Grün und das bestehende «obere Haus». Die Anbindung an den bestehenden Spitaltrakt erfolgt über den Park mit einer überdachten Passerelle. Das Gebäude erhält bergseitig eine Anbindung an den öffentlichen Spitalweg.

Standort
Spitalweg 3
8810 Horgen

Bauherrschaft
Stiftung See-Spital
Asylstrasse 19
8810 Horgen

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Leistungen
Machbarkeitsstudie – Ausführung

Planungs- und Bauzeit
2021– 2024

Raumprogramm
– Multifunktionshaus für Arztpraxen (2’300 m2)
– Passerelle zu See-Spital

www.see-spital.ch

05 Aug. 2021
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MZH Riedmatt Wollerau

Auf dem Schulgelände Riedmatt in Wollerau soll mit dem Ersatzneubau MZH Riedmatt neben einer neuen Mehrzweckhalle auch eine Erweiterung der Schulräumlichkeiten mit Mittagstisch, ein neuer Kindergarten und Jugendräume sowie Lagerflächen für die örtlichen Vereine entstehen. Der kompakt geplante Baukörper gliedert sich im östlichen Grundstücksbereich in die im Hang gelegene Schulanlage ein und schliesst mit dem Kopfbau an den bestehenden Osttrakt an. Während gegen Norden der gedeckte Zugangsbereich und das Foyer der Mehrzweckhalle im Eingangsgeschoss vorspringt und darüber Fläche für die begrünte Terrasse des Mittagstisches schafft, liegt der Hauptkörper des Neubaus gegen Süden zurückversetzt. Dieser beinhaltet über der Mehrzweckhalle einen eingeschossigen Gebäudeteil für Jugi und Kindergarten mit je einem grosszügigen südseitigen Eingangs-, Spiel- und Aussenbereich sowie über dem Mittagstisch den dreigeschossigen Kopfbau mit Schulräumen, der gleichzeitig auch den hindernisfreien Übergang zu den bestehenden Schulräumen der Osttraktes schafft. Die Fassadengestaltung mit hellen Glasfaserbeton- und dunklen Metallfensterbändern fasst die neuen Gebäudeteile zusammen und bildet eine unterhaltsarme Gebäudehülle.

Standort
Erlenstrasse 18
8832 Wollerau

Bauherrschaft
Gemeinde Wollerau
Hauptstrasse 15
8832 Wollerau

Bezirk Höfe
Roosstrasse 3
8832 Wollerau

Architektur Vorprojekt
Lamoth Architekten GmbH ETH SIA
Speerstrasse 14
8832 Wilen bei Wollerau

Architektur Umsetzung
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Planungs- und Bauzeit
2020 – 2025

Raumprogramm
– Mehrzweckhalle mit Küche & Kiosk
– Mehrzweckräume
– Bühne
– Mittagstisch mit Küche & Terrasse
– Jugendtreff
– Kindergarten
– Schulräume
– Nebenräume
– Garderoben
– Musik Probelokal
– Kraftraum & Schwingkeller
– Werkraum
– Lagerräume
– Aussenfläche & Spielplatz

19 Mai 2021
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Pfadihaus Rothenthurm

Am Rande des nationalen Moorschutzperimeters steht das Pfadihaus Rothenthurm – ein funktionaler Bau in Anlehnung der typischen Ortsbauweise. Das Sockelgeschoss ist in Massivbauweise und die beiden darüberliegenden Geschosse in Holzbauweise erstellt. Die Materialisierung zeigt sich an den Aussenwänden, den Decken und der Fassade wieder. Das Dach ist als klassisches Satteldach ausgeführt. Die Innenwände sind als Brandschutz mit Gipsplatten verkleidet. Im Übrigen sind die Materialien im Innenraum möglichst auf das Rohmaterial reduziert.

Die unabhängige Dreifachnutzung mit Lagerhaus, Pfadi und Finnenloipe ist von zentraler Bedeutung. So haben alle Nutzungen separate Zugänge und sind räumlich voneinander getrennt. Der Hauptanteil der oberen zwei Geschoss ist als Lagerhaus für Gruppen mietbar und bietet 48 Personen einen Schlafplatz. Das Erdgeschoss ist hindernisfrei ausgebildet. Durch die grossen Fenstern erhascht man von jedem Raum einen Blick in die wunderbare Natur.

Die Umgebungsgestaltung ist naturnah ausformuliert, wobei die Spielwiese und die Grillarena bergseits des Hauses wichtige Elemente für den Lagerhausbetrieb der Jugendlichen darstellen.

Standort
Müllernstrasse 27
6418 Rothenthurm

Bauherrschaft
Stiftung Pfadihaus Rothenthurm
Dorfbachstrasse 24
6418 Rothenthurm

Architektur
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Bauleitung
BSS Architekten AG
Herrengasse 42
6430 Schwyz

Planungs- und Bauzeit
2018 – 2020

Raumprogramm
Garage und Materialraum im UG
Lagerhaus mit Küche, Nasszellen und Schlafplatz für 48 Personen

Vermietung und weitere Infos
www.pfadihaus-rothenthurm.ch